Einen wunderschönen guten Morgen!
Ja, ist denn schon Weihnachten? Sicherlich erinnert ihr euch an die Werbung von Franz Beckenbauer mit einem bekannten Mobilfunkanbieter aus dem Jahr 1998. Und dieser Satz hat sich seitdem im deutschen Sprachgebrauch etabliert und wurde zu einem der bekanntesten Werbeklassiker.
Und ja, am letzte Freitag wurde mir bewusst, es sind nur noch 5 Wochen bis zum ersten Advent und 8 1/2 Wochen bis zum Hl. Abend. Kein Wunder also, dass die Kaufhäuser, Einzelhändler, Gartencenter und Deko-Läden sich für Weihnachten gerüstet haben. Das Weihnachtsgeschäft ist für den Handel die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Je früher die Stimmung erzeugt wird, desto intensiver wird eingekauft. Ich hatte einen Termin zum Reifenwechsel und da meine Werkstatt mitten in der Stadt ist, habe ich die Zeit genutzt für einen kleinen Bummel über die Fußgängerzone. In manchen Bekleidungs- und Schuhgeschäften weihnachtet es allerdings noch nicht allzu sehr. So hat ein großer Schuhladen seine Schaufenster zwar in festlichem Rot gehalten, was aber nicht mit Besinnlichkeit zu tun hat. „Wir schließen – Totalräumungsverkauf“ ist auf den roten Schildern zu lesen. Viele Traditionsgeschäfte haben in den letzten Monaten und Jahren geschlossen und eine Schließung von Galeria wäre für die Stadt Rosenheim fatal. Der Warenhauskonzern Galeria hat Anfang Oktober erneut Insolvenz beantragt. Ich war nach längerer Zeit mal wieder bei Galeria – und traf dann auf Sperrbänder auf einzelne Waren mit dem Hinweis „Die Ware in diesem Bereich ist vorübergehend vom Verkauf ausgeschlossen“. Diese Artikel sind weiterhin in den Regalen zu sehen, dürfen derzeit aber nicht verkauft werden. Auch wenn nur wenige Waren davon betroffen sind, dennoch fallen die rot-weißen Bänder sofort ins Auge. Noch ist offen wie das Verfahren weitergeht und welche Folgen es für die einzelnen Warenhäuser haben wird.
Jede Schließung eines Ladengeschäfts mindert die Attraktivität einer Innenstadt und hinterlässt Lücken im Stadtbild. Kleine Traditionsgeschäfte verschwinden und werden oft durch Handy-Shops oder Billigläden ersetzt. Der regionale Einzelhandel kämpft seit Jahren mit dem wachsenden Online-Shopping, steigende Mietkosten und Personalnot. Bleiben Schaufenster lange Zeit dunkel, sinkt die Frequenz der Passanten. Das trifft auf der einen Seite die Gastronomie, aber auch andere Einzelhändler und die Innenstädte veröden. Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten. So hat im Oktober eine dänische Wohn- und Dekokette ihre erste Filiale direkt in der Fußgängerzone eröffnet. Aktuelle dreht sich in diesem Laden viel um gemütliche Deko für den Herbst und auch skandinavische Weihnachtsdekorationen sind bereits in den Regalen zu finden. Ein toller Laden und genau mein Geschmack mit hellen freundlichen Farben, Naturmaterialien und in der weihnachtlichen Dekoration klassische Formen wie Glocken, Zapfen oder schlichte Sterne aus Glas, ohne Schnörkel und Glitzer.
Natürlich darf es zur Adventszeit auch glitzern, doch an meinen Weihnachtsbaum kommen keine skurrilen Figuren wie ich sie in einem anderen Dekoladen sehen konnte. Kunterbunte Anhänger wie Gewürzgurken, Löwensenf Tuben oder Maggi Flaschen möchte ich nicht an meinen Baum sehen. Doch jedem das Seine – über Geschmack lässt sich streiten. Auch wenn meine Einkaufstasche mit einigen weihnachtlichen Dingen gut gefüllt war, hier kommen Herbstbilder, garantiert ohne Lebkuchenstimmung oder Lichterketten. Dafür ist der Herbst einfach zu schön.
Wünsche euch einen schönen Sonntag!